Theater

DER GOTT DES GEMETZELS

Schauspiel von Yasmina Reza

SONNTAG, 09. JANUAR 2011, 20:00 UHR
09.
Jan.

Sonntag

20:00

Eigentlich ist das Schlimmste schon geschehen: Zwei 11-jährige Jungen haben sich geprügelt, der eine hat mit dem Stock zugeschlagen, der andere zwei Schneidezähne verloren. So treffen sich die Elternpaare Alain und Annette mit Veronique und Michel bei Kaffee und Kuchen, um in aller Ruhe zu beraten, wie man pädagogisch sinnvoll auf Ferdinand (den Zähne zertrümmernden Täter) und Bruno (das Opfer) einwirken kann, und um das Schriftstück zur Schadensregulierung für die Versicherung aufzusetzen. Schon bei der Formulierung entzündet sich der erste Konflikt.

 

Wer war denn nun eigentlich der Schuldige? Deutet Ferdinands rabiates Verhalten nicht auf Eheprobleme zwischen Alain und Annette hin? Und was lässt sich daraus schließen, dass Michel Knusperinchen, den Hamster seiner Tochter, ausgesetzt hat, und dass Alain einen Pharmakonzern mit einem gesundheitsgefährdenden Medikament juristisch vertritt?


Aus dem Abend, der so überaus freundlich und zivilisiert begonnen hat, entwickelt sich ein Gemetzel, das das der Kinder bei Weitem in den Schatten stellt. Je nach Situation eskaliert die Stimmung. Es ergeben sich überraschende Fronten und Koalitionen, bei denen das eigentliche Ziel des Treffens restlos aus den Augen verloren wird. Am Ende sind alle k. o., ist ein Handy ertränkt, sind zwei Tulpensträuße zerfetzt.

Von pointierten Sticheleien zu Wortgefechten: aus dem geplanten Friedensgipfel wird - als Leckerbissen für vier Schauspieler und fürs Publikum - eine handfeste Zimmerschlacht. Mit diabolischem Humor und erbarmungsloser Treffsicherheit spießt Yasmina Reza die moderne bürgerliche Gesellschaft auf. So verbindlich sie sich auch gibt, am Ende behält einer die Oberhand: Der Gott des Gemetzels...

 



Produktionsnotizen

 

Schauspiel von Yasmina Reza

Produktion: EURO-STUDIO Landgraf

Regie: Bernd Mottl

Ausstattung : Friedrich Eggert


Mit:
Jacqueline Macaulay, Anna Stieblich, Adnan Maral und Henrik Schubert*

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